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Sep 02
2008
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'Nur' radgefahrengeschrieben von Beate Kakpa in [Ohne Zuordnung] |
Wettkampfbericht Ironman Podersdorf 30 August 2008
(3,8km Swim - 180km Bike - 42,2km Run)
Längere Zeit schon wollte ich eine Langdistanz-Triathlon Damen-Staffel ins Leben rufen, mit mir als Bikerin. Glücklicherweise wurde ich bei den VIC Runners fündig, und heuerte Ultra-Trail Runner Zana für den Marathon. Da unsere Schwimmerinnen alle urlaubsmässig verhindert waren, sprang eine Schwimmkollegin von Kathy namens Annika ein.
Bei warmem Spätsommerwetter gings los. Der langsam immer stärker werdende Wind lieferte hohen Wellengang und eine grosse Herausforderung auf der Radstrecke. Insgesamt gab es ca. 700 Starter, viele auf der Halbdistanz.
Annika kam nach 1h 11 min, nur mit einigen Sekunden Rückstand auf die schnellste Schwimmerin aus dem See. Dies gab mir die Möglichkeit, als erste Dame auf die Radstrecke zu wechseln, um mich mit den besten Bikern messen zu können. Es war ein Rundkurs von 45km zu fahren, 4 Mal. Der erste Teil war ziemlich schnell und mein Tacho zeigte 37km nach 1h. Doch die letzten 12km herrschte gnadenloser Gegenwind. Meine erste Rundenzeit von 1h 17 lies mich auf eine Gesamtzeit von ca. 5:20 hoffen. Die 2. Runde wurde etwa 1,5 Min. langsamer, der Wind immer stärker. Doch ich fühlte mich gut und nahm die 3. Runde in Angriff. Bis jetzt hatte mich nur eine Dame eingeholt, die spätere Gesamtsiegerin aus Deutschland. Doch es dauerte nicht lange und ich spürte wie ich in der Kurve wegrutschte. Die Strasse war aber staubtrocken!! Nein, einen technischen Defekt kann ich jetzt wirklich nicht brauchen. Doch die Luft in meiner Zippscheibe wurde immer weniger. Da ich ohnehin keinen Schlauchreifen wechseln kann, hatte ich auch kein Material mit. Ich sah mich nach Reserveschlauchreifen anderer Mitbestreiter um. Ein Triathlet stand am Strassenrand - ich nutzte die Chance und fragte ihn, ob er mir vielleicht den Schlauchreifen wechseln könnte. Da er offensichtliche Probleme hatte und ohnehin den Wettkampf frühzeitig abbrechen wollte, war er willens mir zu helfen. Leider stellte sich heraus, dass er zwar willig war, aber nicht sicher, ob es ihm gelingen würde!! Ich bedankte mich für seine angebotene Hilfe und versuchte die nächsten 30km zu Ende zu fahren, in der Hoffnung Gerhard würde mir schnell das Hinterrad austauschen können. Ich eierte um jede Kurve, da ich immer wieder ins Schleudern kam und der Seitenwind machte die Sache nicht einfacher. Gerhard begriff schnell, lief zum Auto und holte das Reserverad. Ich baute schnell die Scheibe aus, und war in 2 Minuten wieder auf der Radstrecke. Mit Wut im Bauch über die verlorenen 20 Minuten fuhr ich los, fast nix unter 40km/h!! Doch das kräftezehrende Fahren ohne Luft nach 160km brachte mich bald zurVerzweiflung, als der Gegenwind immer stärker wurde auf den letzten 10km. Ich kämpfte mich zentimeterweise nach vorne, mein ganzer Körper schmerzte, ich spürte jeden einzelnen Muskel!! Es wollte kein Ende nehmen. Als mein Tacho 180km zeigte und immer noch kein Ziel in Aussicht war, musste ich feststellen, dass die Strecke etwas länger ist!! Endlich, nach ca. 182km und 5h 37 war ich im Ziel und musste noch ca. 400m durch die Wechselzone laufen. Dort übergab ich den Chip an unsere Läuferin und fiel erstmals zu Boden, mit der Absicht, dort einige Zeit auch liegen zu bleiben..... Und dabei bin ich doch ‘nur' radgefahren!!!
Mit einer Gesamtzeit von 10h 44 sicherten wir uns den souveränen Sieg über die 2. Damenstaffel, die über 13h unterwegs waren.

